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Seit alters her gedenken die Menschen ihrer Verstorbenen mit dauerhaften Grabmalen. Welche Vorstellung des Jenseits auch ihr Glaube prägte, der Einzelne sollte doch nach seinem Tod eine sichtbare Spur hinterlassen.

Das galt zunächst für Religionsstifter, deren Gräber vielfach noch heute Wallfahrtsorte sind, für Könige und Würdenträger, zunehmend aber auch für alle, die in Religion, Stand, Innung, Familie eingebunden waren. Ihr individuelles Leben fiel mit dem Tod sozusagen an die Gemeinschaft zurück, die sie geprägt hatte. Die gemeinsame Trauer der Hinterbliebenen hatte ihren selbstverständlichen Ort, den Friedhof – und ihr augenfälliges Symbol, das Grabmal.

Mit dem Rückgang der traditionellen Bindungen zu Religion, (Groß-)Familie, Heimat hält die anonyme Bestattung verstärkt Einzug. Neu ist sie jedoch nur in ihrem massenhaften Auftreten, denn schon früher wurden Menschen, die abgesondert oder sogar ausgestoßen starben, spurenlos beerdigt. Welche Motive auch im Einzelnen dem Verzicht auf sichtbares Erinnern zugrunde liegen: Angehörige tun sich häufig schwer mit dieser formlos gewordenen Trauer, einer Trauer ohne Ort, ohne Namen, ohne Denkmal.

Ein gestaltetes Grabmal hingegen stellt einen Bezug her: Seht da, ein Mitmensch! Die Gestaltung kann das Individuelle eines Lebens nachformen, es sichtbar dem Vergessen entreißen. Aber auch ein schlichter Rasenstein oder ein naturbelassener Findling geben den Angehörigen Halt und sozusagen festen Boden unter den Füßen. Wenn wir ein Grabmal für einen lieben Angehörigen errichten, sagen wir damit: Du gehörst zu uns. Wir geben unserer Trauer substantiellen Ausdruck, wir schaffen einen Ort des Gedenkens und des Trostes.





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Grabmale – Orte des Trostes